(Hier eine Kurzversion des Podcasts zum lesen. Wenn du lieber dem Original lauschen magst, klick einfach oben auf den Link.)
Vielleicht hast du dich beim Titel dieser Folge gefragt: “Freude — wie viel geht?” Wie viel Freude kann man überhaupt empfinden?
Die kurze Antwort: Eine ganze Menge!
Denn wer wünscht sich nicht mehr Freude im Leben? Freude verbinden wir mit Leichtigkeit und Lebendigkeit — etwas, das viele von uns immer wieder vermissen. Doch wenn man genauer hinschaut, merkt man schnell: Freude zu empfinden ist oft gar nicht so einfach.
In dieser Podcast-Folge möchte ich mit dir erkunden, was uns im Alltag daran hindert, Freude zu empfinden, und wie wir unseren “Freude-Muskel” täglich ein bisschen trainieren können. Bleib also dran, und lass uns gemeinsam mehr Freude in dein Leben bringen!
Freude — eine komplexe Emotion
Seitdem ich den Animationsfilm Alles steht Kopf gesehen habe, habe ich ein sehr lebendiges Bild von Freude. In diesem Film ist Freude eine der Hauptfiguren im Kopf der jungen Riley. Sie ist strahlend, energiegeladen, mit leuchtend gelber Haut, wilden blauen Haaren und einem ansteckenden Lächeln. Ihre Mission? Riley glücklich machen.
Im Laufe des Films wird jedoch klar, dass wahre Freude mehr ist als nur Lachen und Glücksmomente. Sie entsteht durch das Zusammenspiel aller Emotionen — auch der traurigen. Zu Beginn wirkt Freude fast überdreht, sogar etwas anstrengend. Kummer, eine weitere Figur, scheint zunächst ihre Gegenspielerin zu sein. Doch gemeinsam meistern sie am Ende das zentrale Abenteuer des Films.
Solltest du den Film Alles steht Kopf noch nicht kennen, kann ich ihn dir nur ans Herz legen! Er zeigt auf wunderbare Weise, wie unsere Emotionen zusammenarbeiten und sich gegenseitig beeinflussen.
Wie fühlt sich Freude für dich an?
Nimm dir kurz einen Moment und erinnere dich an eine Situation, in der du echte Freude empfunden hast. Vielleicht war es Vorfreude auf ein Ereignis, eine Überraschung oder ein Moment, in dem du jemand anderem eine Freude gemacht hast.
Was spürst du dabei?
- Ein Kribbeln im Bauch?
- Ein tieferes Durchatmen?
- Ein spontanes Lächeln?
Oder fällt es dir schwer, dich an einen solchen Moment zu erinnern? Vielleicht tauchen gleich Gedanken auf, die die Freude überschatten. Vielleicht ist es für dich auch ungewohnt, Freude einfach so zuzulassen. Ganz egal, was du jetzt spürst — nimm es einfach wahr, ohne es zu bewerten.
Wenn Freude schwierig ist
Viele Menschen haben gelernt, dass Freude “zu viel” sein kann. Vielleicht wurdest du als Kind für deine unbeschwerte Freude kritisiert oder belächelt. Solche Erfahrungen hinterlassen Spuren und können dazu führen, dass wir Freude später nur schwer zulassen können.
Hier kommt die Skala des Bewusstseins nach Dr. David Hawkins ins Spiel, die ich durch die Astrologin Silke Schäfer kennengelernt habe. Sie ordnet Bewusstseinsebenen von 0 bis 1000. Scham steht auf Ebene 20, Freude auf Ebene 540. Stell dir vor, wie es ist, aus einem Moment der Freude (540) plötzlich in die Scham (20) zu fallen — das ist ein tiefer, schmerzhafter Sturz.
Wenn man wiederholt erlebt hat, dass Freude schnell beschämt oder abgewertet wird, schützt man sich irgendwann davor. Man bleibt lieber in einer “sicheren Zone” — vielleicht auf der Ebene von Angst (100) oder Wut (150). Freude wird dann etwas, das man gar nicht mehr wirklich anstrebt, weil es zu riskant erscheint.
Freude und Bindung — eine enge Verbindung
Im Film Alles steht Kopf gibt es eine “Quatschinsel” — eine Art Erinnerungsinsel für all die schönen, albernen Momente, die Riley mit ihren Eltern erlebt hat. Diese Szenen sind voller unbeschwerter Freude und zeigen, wie wichtig es ist, dass Kinder ihre Freude mit Bezugspersonen teilen dürfen.
Wenn Kinder in ihrer Freude gebremst, beschämt oder bestraft werden, kann das langfristige Folgen haben. Sie lernen, dass Freude “gefährlich” ist oder dass sie sich nicht lohnen darf. Das kann dazu führen, dass man als Erwachsener Schwierigkeiten hat, sich von Herzen zu freuen — und oft gar nicht versteht, warum.
Wie du deinen Freude-Muskel stärken kannst
Wenn du merkst, dass du dich schwer mit Freude tust oder schnell von freudigen Momenten abgelenkt wirst, sei geduldig mit dir. Überlege einmal:
- Wie wurde in deiner Kindheit mit Freude umgegangen?
- Durftest du dich unbeschwert freuen?
- Wurdest du für deine Freude kritisiert oder belächelt?
Mit diesen Fragen kannst du beginnen, alte Muster zu erkennen und zu durchbrechen. Es ist nie zu spät, neue, positive Erfahrungen zu machen und Freude wieder zuzulassen. Unser Gehirn ist lernfähig — bis ins hohe Alter.
Und wenn du Menschen in deinem Umfeld begegnest, die Schwierigkeiten mit Freude haben, denk daran: Es liegt nicht an dir. Ihr Unbehagen zeigt nur, dass sie selbst keinen guten Zugang zu dieser wertvollen Emotion haben.