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Du kannst das nicht!

Feb 2, 2019 | Gehirngerecht leben

Ein Satz, den jeder von uns so oder ein bisschen anders verpackt, schon zu hören bekommen hat. Die einen mussten ihn sich vielleicht öfter anhören als andere, aber die darin enthaltene Botschaft trifft immer bis ins Mark. Dabei ist der Satz fast komplett falsch. Fast, denn manchmal steckt auch ein Funke Wahrheit darin, aber eben nur ein Funke. Ob wir den aber überspringen und zum Leuchtfeuer unseres angeblichen Unvermögens werden lassen oder ob wir ihn für was ganz anderes nutzen, das haben wir heute selber in Hand.

Der Satz „Du kannst das nicht!“ ist in seiner Endgültigkeit und Unfairness kaum zu überbieten. Daher rate ich jedem – vor allem wenn sie oder er Kinder hat –, ihn ersatzlos aus dem Wortschatz zu streichen. Oder ihn zumindest um das kleine aber entscheidende Wörtchen „noch“ zu ergänzen. Alleine das „noch“ verändert alles, macht es doch die Tür auf für die Möglichkeit, dass der Adressat es vielleicht irgendwann einmal können wird. Geht es noch nicht, dann ist die Frage: was braucht es damit man es irgendwann kann? Braucht es Unterstützung, Anleitung, Übung, Ressourcen …?

Und stimmt das „noch“ nicht, darf „Du kannst das nicht!“ in meinen Augen niemals ohne den Zusatz „…, weil …“ gesagt werden. Schließlich – und hier kommt der Funken Wahrheit ins Spiel – kann es ja wirklich sein, dass man es nicht kann und auch niemals können wird. Ein Pinguin wird niemals auf einen Baum klettern und sich von Ast zu Ast schwingen, egal wie viel er übt. (Kleiner Tipp am Rande: Sollten Sie das Video von Eckart von Hirschhausens „Pinguin-Prinzip“ noch nicht kennen, hier der link … Absolut sehenswert!) Aber selbst wenn es niemals möglich sein wird, bleibt die spannende Frage: was nährt die Sehnsucht „es“ zu können? Wo kommt sie her? Und was könnte stattdessen gehen?

Wenn fast alles schon da ist

„Du kannst das nicht!“ ist noch aus einem weiteren Grund in seiner Absolutheit schlicht weg falsch. Denn es besagt, dass der Mensch es in seiner Gesamtheit nicht kann und auch niemals können wird. Die Wahrheit ist vielmehr: Der Großteil des Menschen so wie er oder sie heute ist, kann es (noch) nicht. Ein Kleinkind kann noch nicht lesen lernen und ein Erwachsener, der zum ersten Mal nach langer Zeit wieder auf einem Fahrrad sitzt, sollte nicht gleich für die nächste Woche eine Mountainbiketour in die Alpen planen. Aber er kann für so eine Tour trainieren und sie planen, denn dafür ist alles da. Also Teile des Menschen können es (Gehirn, Muskeln, Alter, Wissen, Erfahrung …) und die sind die Basis von der aus der Rest es lernen kann.

Mein Gehirngerecht-leben-Tipp: Reduzieren Sie sich und andere nicht auf ein Nicht-Können. Das ist unfair, denn es spiegelt den Menschen in seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten nicht wieder. Ich bin mir sicher: wenn der Wunsch da ist, ist auch die Möglichkeit da. Vielleicht entspricht das Ergebnis – aus welchem Grund auch immer – nicht 1:1 dem Wunsch. Aber wenn man der Kraft einer inneren Sehnsucht folgt, entsteht immer etwas. Man muss es nur wagen. Und den Teil, der meint, er könne es nicht, leise fragen, was er braucht, was ihm helfen, ihn unterstützen würde. Aber zuallerst dürfen Sie den alten Glaubenssatz des „Ich kann das nicht!“ beherzt in die Tonne treten. Wo er hingehört.

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