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für gehirngerechtes leben – lieben – arbeiten

3 x 10 Minuten

Mai 15, 2018 | Gehirngerecht lieben

So lautet eine der Kommunikations-Zauberformeln einer gelingenden Partnerschaft. Klingt einfach? Ist es eigentlich auch. Wenn man sich an ein paar einfache Regeln hält.

Die größte Herausforderung in einer Partnerschaft ist die Kommunikation. Dem einen wird zu wenig geredet, dem anderen zu viel. Man redet aneinander vorbei oder hat das Gefühl, auf taube Ohren zu treffen und gehört und verstanden fühlen sich die wenigsten. Männlein wie Weiblein im gleichen Maße. Eine einfache Gesprächsregel kann hier wahre Wunder bewirken. Und diese einfache Regel lautet:

  • 3 x 10 Minuten
  • aufgeteilt in 2 x 10 Minuten Monolog und 1 x 10 Minuten Austausch

Ja, Sie haben richtig gelesen: Monolog, also 10 Minuten völlig ungestörte Redezeit der eine, dann 10 Minuten völlig ungestörte Redezeit der andere. Mit Stoppuhr.

Thema der beiden Monologe: Wie geht es mir aktuell in der Partnerschaft? Was tut mir gerade gut? Was hat sich verbessert? Was vermisse ich aktuell?

Während der eine redet, schweigt der andere. Und zwar in jeder Hinsicht: Kein Augenrollen oder Augen-zusammen-kneifen, keine hochgezogene Augenbraue, kein Luft-durch-die-Zähne-atmen, kein Auf-dem-Stuhl-rumrutschen … Nichts. Ruhig sitzen und zuhören. Und dabei achtsam beobachten welche Gedanken, Emotionen und Empfindungen man beim Zuhören hat. Das innere Anliegen beim Lauschen muss dabei sein, die Gedanken, Gefühle und Sehnsüchte des anderen (besser) zu verstehen. Nach genau 10 Minuten wird der Sprecher zum Zuhörer und schweigt nun selber, während er oder sie nun ebenfalls freundlichen Augenkontakt hält.

Nach beiden Monologen folgt 10 Minuten Austausch. Und auch hier gilt eine ganz wichtige Regel: Der Austausch dient dazu dem Gegenüber zu erzählen, wie es einem in den 2 x 10 Minuten ging, also welche Gedanken, Emotionen und Empfindungen man hatte während man selber gesprochen und während man zugehört hat. Bleiben Sie bei Ihrer Wahrnehmung: Was war gut, tat gut? Wo war es für Sie schwierig?

Tabu ist es Gesagtes zu bewerten, in Frage zu stellen, ironisch zu kommentieren oder den anderen gar anzugreifen.

Der Charme von 10 Minuten ungestörter Redezeit

Nur wenige von uns haben es wirklich gelernt zuzuhören. Jüngste Forschungsergebnisse belegen sogar, dass der Mensch im Durchschnitt nur 17 Sekunden (!) zuhört, bevor er unterbricht und seine eigenen Vorstellungen vorträgt. Denken und reden, das können wir.

Und gerade im Alltag haben wir im Austausch mit einem Gegenüber so gut wie nie die Möglichkeit, einen Gedanken ungestört zu Ende zu denken oder im Kontakt eine Befindlichkeit im eigenen Tempo zu erkunden. Denn ist der andere ein höflicher Mensch, fragt, kommentiert oder teilt er oder sie eigenes Erleben. Selbst wenn das in bester Absicht geschieht, unterbricht das, lenkt um oder verschiebt den Schwerpunkt.

10 Minuten ungestörte Redezeit hingegen schaffen einen Raum in dem sich in unserem Kopf etwas entwickeln, etwas entstehen kann. Ein Raum, in dem man sich wahrgenommen, gesehen und gehört fühlt.

Kleiner Tipp zum Schluss: Auch wenn Ihnen 10 Minuten Monolog vielleicht lang erscheinen, Sie zwischendurch das Gefühl bekommen, nichts mehr zu sagen zu haben oder die Stille Ihres Gegenübers Sie verunsichert, ich verspreche Ihnen: Sie werden diese Monologe schon bald lieben. Lassen Sie sich überraschen, was Sie von und mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin alles entfahren werden.

Und schöpfen Sie Ihre 10 Minuten vollständig aus. Das sind Ihre 10 Minuten. Also nach 3 Minuten sagen „Ich weiß nichts mehr. Du bist dran.“ gilt nicht.

2 Kommentare

  1. Ueli Zysset

    Werde ich ausprobieren, sobald ich wieder eine Partnerin habe!
    Herzliche Grüsse aus Bern
    Ueli

    Antworten
  2. Litti

    Großartig – diese „Kurzanleitung“ für das Wichtigste im Kontakt zu anderen Menschen!!!!!
    Keiner wohl wird sich total vor Missverständnissen mit seinen Lieben in der Alltagshektik schützen können!!!!
    Und nur wenigen ist bewusst, dass hinter „bösen Absichten“ oft nur ein Missverständnis steckt. Aber die Mühe, einen Menschen, der einen Großteil des Tages, des Lebens sogar, in anderen Bereichen seine Erfahrungen macht, wirklich erfassen zu können, ist ohne Zeit und bewusste Hinwendung nicht möglich.
    Schau, wieviel Unsinn uns durch die Massenmedien täglich ins Gehirn gefiltert wird!
    Wenn Du davon 30 Minuten für den Dir bedeutendsten Menschen aufwendest, ist das doch als „normal“ anzusehen, oder nicht ???
    Wer nicht bemerkt, wie er sich von lieben Menschen entfernt durch bloße Unachtsamkeit, der muss nach Jahren oft einen (viel zu hohen) Preis für die schleichende Entfremdung zahlen !!!!
    Diese 10-Minuten-Übung geht ohne Geld, ohne Bücher, ohne Fernsehen, ohne Konferenzraum. Brauchst nur den Willen, das Wissen über diesen Schatz, und dann wirst Du es tun !!!
    Wer kennt das nicht?
    Es gibt nichts Gutes, außer man tut es !!!!!

    Antworten

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