Der Blog

für gehirngerechtes leben – lieben – arbeiten

Der schwarze Punkt

Dez 29, 2017 | Dies & Das

Ich hoffe, Sie hatten ein geruhsames Weihnachtsfest und in welchem Kreis auch immer Sie gefeiert haben, er war wohltuend, nährend und verbindend.

Ich durfte meine erste Weihnacht als Stiefmama erleben und mich durch die kindliche Aufgeregtheit und Ungeduld von Florian anstecken und erinnern lassen. Ich habe meine eigenen Eltern schmerzlich vermisst und für sie Kerzen angezündet. Und wir haben uns nach der Bescherung im Kreise der Familie mit etwas ganz Besonderem beschenkt: Der Erinnerung an die Geschenke, die 2017 uns gemacht hat.

Was für ein Jahr!

Wir sind gerade mitten in den Rauhnächten, also zwischen den Jahren. Diese Zeit ist von großer magischer Kraft. Denn sie liegt sozusagen außerhalb unserer „normalen Zeit“. Das erklärt sich so: Um die Differenz zwischen zwölf Monaten in Mondphasen (354 Tage) und dem Sonnenjahr (365 Tage) auszugleichen fügten die Kelten 11 Schalttage ein. Es handelt sich also um 11 Tage und 12 Nächte, die quasi nicht existent sind. Diese Zeit nutzt jeder auf seine Weise.

Ich möchte Ihnen eine kleine Geschichte mit in die Rauhnächte und den Jahreswechsel geben, die uns am Heiligen Abend zu einem sehr berührenden Ritual inspiriert hat. Bitte lesen Sie die Geschichte erst in aller Ruhe und im Anschluss erzähle ich Ihnen von unserem Ritual.

Der schwarze Punkt

Eines Tages kam ein Professor in die Vorlesung und verteilte das Aufgabenblatt, dass wie üblich mit dem Text nach unten zeigte. Dann forderte er seine Schüler auf die Seite umzudrehen und zu beginnen. Zur Überraschung aller gab es keine Fragen – nur einen schwarzen Punkt in der Mitte der Seite. Nun erklärte der Professor folgendes: „Ich möchte Sie bitte, das aufzuschreiben, was Sie dort sehen.“ Die Schüler waren verwirrt, begannen aber mit ihrer Arbeit.

 

Am Ende der Stunde sammelte der Professor alle Antworten ein und begann sie laut vorzulesen. Alle Schüler ohne Ausnahme hatten den schwarzen Punkt beschrieben, seine Position in der Mitte des Blattes, seine Lage im Raum, sein Größenverhältnis zum Papier etc.

 

Nun lächelte der Professor und sagte: „Ich wollte Ihnen eine Aufgabe zum Nachdenken geben.“ Niemand hatte etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Jeder konzentrierte sich auf den schwarzen Punkt – und das gleich geschieht in unserem Leben.

 

Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu genießen, aber wir konzentrieren uns immer auf die dunklen Flecken. Unser Leben ist ein Geschenk, das wir mit Liebe und Sorgfalt hüten sollten und es gibt eigentlich immer einen Grund zum Feiern – das Leben mit unserer Familie, unseren Freunden, die Arbeit, die uns eine Existenz bietet und die vielen kleinen Wunder, die wir jeden Tag sehen.

 

Doch wir sind oft nur auf die dunklen Flecken konzentriert – die gesundheitlichen Probleme, der Mangel an Geld, die komplizierte Beziehung mit einem Familienmitglied, die Enttäuschung mit einem Freund, Erwartungshaltungen usw. Die dunklen Flecken sind sehr klein im Vergleich zu allem, was wir in unserem Leben haben, aber sie sind die, die unseren Geist beschäftigen und trüben.

 

Nehmen Sie die schwarzen Punkte wahr, doch richten Sie Ihre Aufmerksamkeit mehr auf das gesamte weiße Papier und damit auf die glücklichen Momente und Möglichkeiten in Ihrem Leben und teilen Sie es mit anderen Menschen.

Wir haben in den Tagen vor dem 24.12. jeder für sich in Stille den Blick auf das weiße Papier gerichtet. Jeder von uns hat all die Geschenke, die 2017 uns gemacht hat, auf kleine Zettel geschrieben und diese Zettel haben wir uns dann nach der Bescherung vorgelesen. Auch Junior hat mitgemacht und zusammen zu sitzen (wir haben bei den Eltern meines Partners gefeiert), den anderen still zu lauschen und anschließend den Berg an Zetteln zu sehen, war sehr berührend.

So viele Geschenke! Danke 2017!

Vielleicht konnte ich Sie ja inspirieren, die Geschichte vom schwarzen Punkt in der Silvesternacht mit Ihren Freunden oder Ihrer Familie zu teilen und auch staunend zu sehen, wie der Zettelberg wächst und wächst. Vielleicht haben Sie auch Ihr ganz persönliches Rauhnächteritual oder vielleicht ist Ihnen all das eher fremd und Sie freuen sich einfach über ein paar ruhige Tage.

Egal wie und wo Sie den Jahreswechsel erleben, ich wünsche Ihnen für 2018 viele glückliche Momente, wertvolle Begegnungen und vor allem Gesundheit.

Und mein Gefühl sagt mir, dass es das ein oder andere Wiedersehen geben wird. Ich freu mich schon drauf.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Neugierig geworden?

Dann melden Sie sich und wir vereinbaren einen unverbindlichen Telefontermin. So können Sie im direkten Austausch mit mir herausfinden, ob die Chemie zwischen uns passt.

Karin Intveen
Völkstraße 27
DE-86150 Augsburg

Tel.: +49 821 5080 7727
Skype: karin.intveen
Mail: info@intveen.pro

3 + 10 =