Der Blog mit Hirn

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„Wenn ich groß bin, werde ich Erfinder!“

Okt 22, 2017 | Gehirngerecht arbeiten, Gehirngerecht leben

Mit dieser im Brustton der Überzeugung gesprochenen Erkenntnis kam mein 9jähriger Stiefsohn neulich vom Spielen mit dem ebenfalls 9jährigen Nachbarsbuben nach Hause. Die beiden wussten auch schon ganz genau was sie als erstes erfinden wollten: einen mindestens 2 m langen elektrischen und ferngesteuerten Ford-Mustang mit ein paar ganz speziellen Eigenschaften. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Erfinder? 2 m langer Ford Mustang? Nun, denn … Kinderspinnereien halt, war mein erster Gedanke.

DOCH HALT! Jetzt bloß keinen Fehler machen!

Denn in so einem Moment einen auf abgeklärter Erwachsener machen und dem Kind das Pro und vor allem Contra seiner Erkenntnis aufzeigen, ihm erklären, dass das Erfindertum eher der brotlosen Zunft zuzuordnen ist und dass die Welt keinen 2 m langen elektrischen Ford Mustang braucht, und dass er sich einen guten Job suchen soll, der später ihn und eine Familie auch ernähren kann … ganz dumme Idee. Und falsch in vielerlei Hinsicht. Warum, dazu gleich mehr.

Da ich Gott sei Dank gerade noch rechtzeitig meinen inneren Pseudo-abgeklärten-Erwachsenen mundtot machen konnte, habe ich neugierig nachgefragt und mir das erste Projekt in all seinen Facetten beschreiben lassen. So erfuhr ich, welche Farbe der Mustang haben soll, wo die beiden das Projekt starten werden … und, und, und. Die Zwei hatten sogar schon eine Art Finanzierungsplan entwickelt. Ich war komplett baff, wie viele Gedanken die beiden sich gemacht hatten. Während Junior mir all das erzählte, wurde der kleine Mann immer lebendiger, die Gesten immer größer und die Augen strahlten mich in einer Art an, die mir – auch jetzt wo ich darüber schreibe – die Tränen in die Augen trieb. So viel Vertrauen, so viel kindliche Energie, Freude, Leichtigkeit und Kraft – und ich hätte all das fast verpasst indem ich meine Zweifel geäußert hätte.

Was wollten Sie einmal werden?

Jeder von uns „wusste“ als Kind, was er oder sie einmal werden wollte. Von Prinzessin über Indianer bis hin zu Tierärztin oder Feuerwehrmann, wir alle haben in unterschiedlichen Phasen unserer Kindheit nach den Sternen gegriffen. Haben das Unmögliche für möglich gehalten und uns dabei richtig gut gefühlt, groß, mächtig und ohne Zweifel. Denn in diesem Moment war das unsere Wahrheit.

Und dann kam ein Erwachsener und hat die Seifenblase zerplatzen lassen. Vielleicht durch einen Satz oder eine hochgezogene Augenbraue. Im schlimmsten Fall wurden wir sogar beschämt und man hat sich lustig über uns gemacht. So oder so ähnlich ist es jedem von uns mindestens einmal in seiner oder ihrer Kindheit ergangen. Und selbst so ein kleines Erlebnis hinterlässt Spuren, vor allem in unserem Bild von uns selbst und wie wir uns der Welt zeigen.

Ich bin jetzt mal neugierig: Was wollten Sie einmal werden?

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und denken Sie sich zurück. Wer und wie wollten Sie sein? Und warum? Gab es da ein Vorbild dem Sie nacheifern wollten? Wie alt waren Sie? Oder war da kein Raum für eigenes Wollen, denn in Ihrer Familie wurde man nun einmal Arzt, Anwalt oder Musiker?

Was ist heute Ihr Beruf? Und wie geht’s Ihnen in Ihrem Job?

Keine Frage, das Alter wo wir Prinzessin oder Indianer werden wollen, ist irgendwann vorbei. Und auch der Beruf des Feuerwehrmanns oder der Tierärztin kann bei einer späteren Betrachtung deutlich an Glanz verlieren. Und so spült uns der Lebensweg aus vielerlei Gründen in einen Job. Und das ist dann erst einmal so. Im Trubel und den Anforderungen des Alltags fällt ein wichtiger Aspekt mit den Jahren mehr und mehr hinten über:

Geht es Ihnen (immer noch) gut in Ihrem Job? Macht Ihnen Freude was Sie tun? Macht es für Sie Sinn?

Unbequeme Fragen, ich weiß. Nur gerade in einer Zeit wo Burnrout (= zu viel) und Boreout (= zu wenig) gefühlt zu unserer Arbeitswelt dazugehören, doch so wichtig. Trotzdem (ver-)meiden viele die Auseinandersetzung mit diesen Fragen wie der Teufel das Weihwasser und kehren sie lieber unter den Passt-Schon- oder Muss-halt-Teppich.

Schade, sehr schade. Denn ich glaube:

Jeder von uns ist hier aus einem Grund.

Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir hier sind um im Hamsterrad still unsere Runden zu drehen und auf den Feierabend, den nächsten Urlaub oder die Rente zu warten.

Ich glaube vielmehr, jeder von uns etwas kann, was nur er oder sie kann. Und es ist unsere Aufgabe als Mensch herauszufinden, was das ist – und es mit Leben und Energie zu füllen. Zum Wohle aller.

Wie viel Schnittmenge hat das, was Sie tun mit dem was Ihnen Freude macht? Und mit dem, was Sie richtig gut können?

Wieviel Schnittmenge haben diese 3 Kreise aktuell in Ihrem Leben? Und welche Größe ordnen Sie jedem Kreis zu? Nehmen Sie sich ein Blatt zur Hand und malen Sie Ihr Bild.

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und lassen Sie Ihr Bild auf sich wirken.

Viel Überschneidung aller 3 Kreise: Glückwunsch! Sie gehören Sie den wenigen, die nicht nur Tun was sie (gut) können, sondern auch was sie lieben.

Wenig Überschneidung aller 3 Kreise: Die Zutaten stimmen. Und es ist noch Luft nach oben. Was würde es kurz-, mittel- und langfristig brauchen, damit die Schnittmenge größer wird? Oder ist das gar nicht nötig?

Überschneidung von 2 Kreisen: Gibt es nur zwischen 2 Kreisen Überschneidungen und ein Kreis steht für sich alleine? Welcher Kreis ist das und warum?

Keinerlei Überschneidung: Alle 3 Kreise stehen für sich. Gibt es Annäherungen oder vielleicht Berührungspunkte? Wie ist der Abstand und warum?

Welche Größe haben Ihre Kreise?

Wie geht es Ihnen, wenn Sie auf Ihr Bild schauen?

Wenn es Ihnen gut geht, brauchen Sie jetzt nicht weiterlesen. Genießen Sie es in vollen Zügen und klopfen Sie sich selbst auf die Schulter.

Haben Sie aber das Gefühl, dass Ihr Bild noch nicht rund ist, es vielleicht auch noch nie war, und dass Sie die Verbindung zwischen Ihren Kreisen mehr leben möchten, dann sollten wir uns gemeinsam Ihr Bild anschauen.

Denn täglich gelebtes Entweder-Oder, also z. B. entweder Job oder Herzblut, ist auf die Dauer ungesund. Coaching mit Hirn bereitet den Boden für ein gelebtes und lebendiges Sowohl-als-Auch. Wertfrei und ohne Ziel. Vielmehr neugierig erkundend, was Ihren 3 Kreisen auf dem Weg aufeinander zu, in die Quere kommt. Vielleicht hatten Sie, wie mein Stiefsohn ja auch mal große Ziele, nur hat Ihr damaliges Gegenüber Sie nicht ernst genommen. Was würde passieren, wenn es heute anders wäre? Wenn Ihr Gegenüber heute anders reagieren würde?

Lust das auszuprobieren? Dann buchen Sie mich als Gegenüber.

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Karin Intveen
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