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Wenn ein Plan scheitert

Aug 16, 2017 | Gehirngerecht leben

Kennen Sie den Spruch: „Immer wenn der Mensch anfängt, seine Zukunft zu planen, fällt im Hintergrund lachend das Schicksal vom Stuhl.“? Meins kann in den letzten Tagen aus dem Lachen gar nicht mehr rausgekommen sein. Denn egal was ich geplant hatte, ich durfte neu planen. Okay, Planänderungen gehören zum Leben dazu, keine Frage. Aber wenn es passiert, rückt eine Frage deutlich in den Vordergrund:

Wie damit umgehen?

Vor allem wenn das, wozu einen die Planänderung zwingt, einfach nur nervig ist und Zeit frisst ohne Ende. So erging es mir am Montag als sich gleich am Morgen mein E-Mail-Programm ins Nirvana verabschiedete. Gerechnet habe ich damit schön länger, aber musste es gerade an einem Montag sein? Mehrere Versuche das Unabwendbare doch noch anzuwenden scheiterten und auch die Recherche im Internet erhärtete den Verdacht: mir blieb nur ein neues E-Mail-Programm für meine diversen Accounts einzurichten und alle E-Mails, Kontakte etc. umziehen. Na, Bravo! Eigentlich wollte ich am Montag den Newsletter schreiben, den ich eigentlich schon am Sonntag schreiben wollte (mein ursprünglicher Sonntagsplan war auch bereits Mittags nicht mehr der Rede wert). Und eigentlich hatte ich eine lange Büro-To-do-Liste. Die auch nicht mehr das Papier wert war auf dem sie stand. Was also tun?

Hadern oder Augen zu und durch?

In dem Moment wo ein Plan scheitert, muss man umdenken. Und das kann 3 Zustände auslösen: Flucht, Angriff oder Erstarren. Flucht kann sich äußern in Verleugnung, Verdrängung, die Sache erst einmal ruhen lassen o.ä., Angriff zeigt sich meist in Ärger, Wut und/oder der Suche nach einem Schuldigen und Erstarren kann bis hin zur Handlungs- oder Entscheidungsunfähigkeit gehen. Für welche der drei Varianten man sich im ersten Moment entscheidet, hängt viel von unserer Erziehung und unserer Erfahrung ab – und keine ist besser oder schlechter als die andere. Ich bin eher neugierig:

Welches ist Ihr bevorzugtes Reaktionsmuster?

Wie gehen Sie damit um, wenn Sie gezwungen sind umzudenken? Brauchen Sie erst einmal Zeit, um sich zu sortieren und orientieren oder legen Sie gleich den Schalter um und machen nahezu unbeirrt weiter? Müssen Sie erst einmal Dampf ablassen und dann geht’s wieder oder hadern Sie ausgiebig und für alle in Ihrer Umgebung wahrnehmbar mit Ihrem Schicksal? Haben Sie eher das Gefühl, das Universum hat sich (mal wieder) gegen Sie verschworen oder beflügelt es Sie eher vor einer neuen Herausforderung zu stehen? Wie gesagt, keine dieser Strategien ist besser oder schlechter als die andere. Es ist nur gut und hilfreich, die eigene Lieblings-Strategie zu kennen. Denn nur was man kennt und bewusst wahrnimmt, kann man auch (ver-)ändern.

Diesmal nicht!

Ich war nach dem Absturz meines blöden E-Mail-Programms erst einmal ziemlich knatschig. Mein schöner Plan … einfach so dahin ? Und jetzt musste ich mich mit etwas beschäftigen, was mir überhaupt nicht liegt. Es dauerte nicht lange und ich hätte vor Wut am liebsten meinen ansonsten über alles geliebten Mac aus dem Fenster katapultiert. Und die Unzufriedenheit und der Ärger wuchs … und wuchs … und wuchs. Mit jedem blöden Eintrag in den Kontoeinstellungen, den ich mir erst zusammen suchen musste … mit jedem Kopiervorgang, der nicht so schnell ging, wie ich das wollte … Ich war mitten drin in meiner Lieblingsstrategie! Dieses Erkennen gab mir den Startpunkt, etwas Neues auszuprobieren. Also habe ich meinen Mann gebeten, das Problem für mich zu lösen und mir die Konten im neuen Programm einzurichten. Als Gegenleistung hab ich uns einen Kaffee gekocht und Kekse dazu gepackt. So wurde daraus ein gemütliches Gemeinsam-vor-dem-Mac-Hocken und ab dann fluppte es wieder. Ich haderte nicht mehr mit meinem Schicksal, sondern habe einfach entschieden: Der Tagesplan ist eh im Eimer, also kann ich bei der Gelegenheit auch gleich mal meine E-Mails aufräumen und ausmisten.

Finden Sie Ihren Startpunkt

Wenn bei Ihnen das nächste Mal so richtig was aus dem Ruder läuft, nutzen Sie die Gelegenheit und lernen Sie sich noch ein bisschen besser kennen. Nutzen Sie den Auslöser und erkunden Sie Ihre persönliche Lieblings-Umgang-mit-Unerwartetem-Strategie. Und dann verändern Sie sie. Machen Sie irgendetwas anders. Egal was. Ärgern Sie sich üblicherweise im Stillen? Dann ärgern Sie sich diesmal laut und vernehmlich. Schimpfen Sie sonst wie ein Rohrspatz? Dann behalten Sie die Worte diesmal in sich. Geben Sie sonst Ihrem Bedürfnis nach Bewegung nach und laufen rum? Dann bleiben Sie diesmal sitzen. Und dann beobachten Sie.

  • Welche Gedanken tauchen auf?
  • Wird „es“ besser oder schlechter?
  • Wie reagiert Ihr Körper darauf? (Muskelspannung, Atmung etc.)
  • Gibt es Wertungen/Bewertungen? Wenn ja, gegen wen richten die sich? Gegen Sie selbst oder gegen etwas im Außen?
  • Was nehmen Sie sonst noch wahr?

Wenn ein Plan scheitert, ist das Ihre Chance sich (noch) besser kennenzulernen und in Ihren Reaktionen flexibler zu werden. So ist der ganze Mist wenigstens für was gut ?

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